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Krank im Urlaub

Auf jeden Fall unangenehm: Das gilt es dabei zu beachten.

Nr. 32, 19. Juni 2013

Eigentlich sollten es die schönsten Wochen des Jahres werden. Aber statt Sonne, Meer, ausgiebigen Wanderungen oder Sightseeing gibt es nun Schmerzen, Schwäche, Unwohlsein. Krank zu sein alleine ist schon schlimm. Im Urlaub ist es aber doppelt so schwer. Gut, wenn man weiß, was zu tun ist.

Krankheit unterbricht Urlaub

Wer im Urlaub krank wird, muss dies seinem Arbeitgeber nach 3-tägiger Krankenstandsdauer unverzüglich mitteilen. Dann unterbricht die Krankheit den Urlaub und kostbare Urlaubstage werden nicht verbraucht – allerdings muss die Arbeitsunfähigkeit mehr als drei Kalendertage dauern. Auf jeden Fall ist eine ärztliche Bescheinigung notwendig, und bei Dienstantritt muss dieses ärztliche Zeugnis unaufgefordert vorgewiesen werden. Ebenso ist die Sozialversicherung über den Krankenstand zu informieren.

Strenger ist die Vorschrift bei einer Erkrankung im Ausland: Neben der ärztlichen muss auch eine behördliche Bestätigung darüber vorgelegt werden, dass das ärztliche Attest von einem zugelassenen Arzt ausgestellt wurde. Bei einer Behandlung im Krankenhaus ist dieser Nachweis nicht notwendig.

Achtung: Die nicht verbrauchten Urlaubstage können nicht ohne Erlaubnis einfach nach dem Krankenstand konsumiert werden. Dazu braucht es wieder eine eigene Vereinbarung.

Versicherung im Urlaub

Bei Österreichurlauben ist die medizinische Versorgung auch in der Urlaubszeit kein Problem. Der Versicherungsschutz läuft ununterbrochen weiter, und die Kosten für die Krankenbehandlung werden von der jeweiligen Krankenkasse im Rahmen ihres Vertrages übernommen. Erforderlich dafür ist als Nachweis der Versicherung die e-card, die jeder grundsätzlich stets bei sich führen sollte.

Erkrankung im EU-Ausland

Die e-card hat eine doppelte Funktion: Auf ihrer Rückseite befindet sich gleichzeitig die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK). Sie berechtigt zur Inanspruchnahme von Vertragsärzten und Spitälern in den EU-Ländern (ab 1.7. auch Kroatien) sowie jenen Staaten,die zum EWR-Raum gehören (Liechtenstein, Island, Norwegen), aber auch in der Schweiz und Mazedonien. Allerdings muss die EKVK komplett ausgefüllt sein. Sonst ist sie nicht gültig und es bedarf einer provisorischen Ersatzbescheinigung.

Gleichstellung mit Staatsbürgern

Durch die direkte Abrechnung zwischen ausländischem und heimischem Krankenversicherungsträger werden Patienten in diesen Ländern wie Staatsbürger behandelt. Selbstbehalte sind daher möglich. Auch in Privatkrankenhäusern gilt die EKVK nicht. Sollte ein Arzt die EKVK nicht akzeptieren, muss sich der Patient selbst darum kümmern, eine detaillierte Rechnung zu erhalten. Diese kann zuhause bei der zuständigen Krankenversicherung eingereicht werden, und es gibt einen Kostenersatz auf Basis österreichischer Richtsätze.

Gibt es noch den Urlaubskrankenschein?

Für folgende Länder bestehen Leistungsabkommen: Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Türkei sowie Kroatien (bis 1. Juli). Bei einer Reise dorthin muss vorab ein Urlaubskrankenschein beim Arbeitgeber oder Versicherungsträger beantragt werden. Dieser ist vor der ärztlichen Behandlung im Ausland gegen einen ortsüblichen Krankenschein einzutauschen. Damit können Arzt- oder Spitalsleistungen in Anspruch genommen werden. Sollte der behandelnde Arzt den Krankenschein nicht anerkennen, ist es auch hier notwendig, sich um eine detaillierte Rechnung zu kümmern, diese zu bezahlen und mit dem Originalbeleg die Rückerstattung bei der Krankenkasse geltend zu machen. Die Arztrechnung muss leserlich sein und folgendes enthalten:

  • Name und Anschrift des Mediziners
  • Name und SV-Nummer des Patienten
  • Beschreibung der Leistung
  • Nennung verordneter Medikamente
  • Ausweis von Steuern und Abgaben
  • Ort und Datum der Leistung
  • Bestätigung über die Bezahlung

Außerhalb der EU krank?

Mit allen anderen Staaten bestehen keine Sozialversicherungsabkommen. Das heißt: Sämtliche Behandlungskosten, sei es durch einen Arzt oder im Krankenhaus, sind grundsätzlich selbst zu bezahlen. Das gilt auch für die Kosten von Medikamenten. Selbstverständlich können diese Ausgaben – gegen Vorlage der Rechnungen – in Österreich beim zuständigen Sozialversicherungsträger geltend gemacht werden. Allerdings werden dabei nicht notwendigerweise alle Kosten ersetzt, sondern es gelten die österreichischen Richtsätze.

Keine Transporte inkludiert

Heimische Krankenversicherungsträger übernehmen keine Kosten für Krankentransporte nach Hause – auch nicht innerhalb Österreichs. Dieses Risiko lässt sich mit einer privaten Reise- und Urlaubskrankenversicherung ausschließen. Mit dieser Versicherung lässt sich auch meist die Differenz zwischen tatsächlich bezahlten Kosten und Rückerstattung durch die Sozialversicherung abdecken.

Welche Versicherung schützt?

Schutzbriefe der Autofahrer-Clubs, Kreditkarten (unter bestimmten Voraussetzungen) oder eigene Reiseversicherungen decken – je nach Leistungspaket – Krankheitskosten im Ausland ab. Vor Urlaubsantritt daher den Umfang des Versicherungsschutzes sowie die Bedingungen genau überprüfen, denn gerade im Nicht-EU-Ausland kann es zu hohen Kosten kommen. Wird eine neue Versicherung abgeschlossen, gilt es, die Leistungen (Voraussetzung für Rückholung, Übernachtung bei einem kranken Kind), allfällige Selbstbehalte sowie die Handhabung bestehender Krankheiten genau zu prüfen.

Achtung: Eine Unfallversicherung deckt auch nur die Folgen eines Unfalls ab, nicht die von Erkrankungen.

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Patrick Herwarth

Pressesprecher
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