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Shoppen unter 18

Geld in jugendlichen Händen: Was ist erlaubt?

Nr. 24, 16. Februar 2012

Vom Taschengeld bis zur Lehrlingsentschädigung, vom Geburtstagsgeld der Oma bis zum Einkommen aus dem Ferialjob: Kinder und Jugendliche erhalten aus unterschiedlichsten Quellen und Anlässen Geld. Im Umgang damit setzt ihnen das Gesetz zu ihrem eigenen Schutz Grenzen. So ist genau definiert, welche Geschäfte Kinder und Jugendliche abschließen dürfen, wenn für sie daraus Pflichten entstehen. Die einzelnen Stufen gelten unabhängig von der Lebens- und Einkommenssituation. Weniger streng sieht es der Gesetzgeber, wenn für die Minderjährigen ausschließlich Vorteile entstehen.

Stufen ins Erwachsenenleben

Der Gesetzgeber hat Kinder und Jugendliche in folgende Altersgruppen eingeteilt:

  • Bis zum 7. Geburtstag sind Kinder nicht geschäftsfähig. Sie können keine verbindlichen Geschäfte abschließen. Ausgenommen sind die sogenannten Taschengeldgeschäfte, wie der Kauf von Süßigkeiten, Stickern oder Comicheften. Will ein 6-Jähriger allerdings mit dem Geburtstagsgeld seiner Oma ein ferngesteuertes Auto um 70 Euro kaufen, dann kommt das Geschäft nicht gültig zustande. Die Erziehungsberechtigten können das Geschäft rückgängig machen, indem sie das Auto in das Geschäft zurückbringen.
  • Ab dem 7. Geburtstag werden die Kinder zu unmündigen Minderjährigen. Auch sie sind nicht geschäftsfähig, allerdings erhöht sich die zulässige Höhe ihrer Bargeschäfte. Es wird dabei von der allgemeinen Lebenserfahrung ausgegangen. Jedes Geschäft, das von dieser Altersgruppe abgeschlossen wird, ist solange „schwebend unwirksam“ bis der gesetzliche Vertreter zustimmt.
  • Ab dem 14. Geburtstag sind die Jugendlichen mündige Minderjährige. In dieser Altersgruppe dürfen sie über eigenes Geld (egal ob verdient oder geschenkt) frei verfügen. Allerdings dürfen sie dabei ihren Lebensunterhalt nicht gefährden. Es darf also nicht die gesamte Lehrlingsentschädigung für die monatliche Rate des Mopeds oder die monatliche Grundgebühr des Smartphones verbraucht werden. Die aktuelle Rechtssprechung geht davon aus, dass eine Ratenvereinbarung ungültig ist, wenn sie mehr als 30% des Einkommens des mündigen Minderjährigen verplant. Ob der Jugendliche sich mit seinem Einkommen tatsächlich selbst erhalten muss, oder ob seine Eltern komplett für ihn aufkommen, ist dabei irrelevant.
  • Ab dem 18. Geburtstag sind die jungen Erwachsenen voll geschäftsfähig. Ihnen sind keine gesetzlichen Grenzen mehr gesetzt.

Rückgängigmachen von Geschäften

Schließen Kinder oder Jugendliche ein Geschäft ab, das ihre gesetzlichen Möglichkeiten übersteigt, haben die Erziehungsberechtigten die Möglichkeit, den Kauf rückgängig zu machen. Die Rückgabe der Ware gegen den Kaufpreis oder ein formelles Kündigungsschreiben mit dem Hinweis auf die Minderjährigkeit reichen meist aus.

Nur Rechte, keine Pflichten

Auch Schenkungen zählen zu den Rechtsgeschäften. Kinder und Jugendliche dürfen Geschenke erhalten, wenn für sie daraus keine Verpflichtungen entstehen. Für die Annahme eines Haustiers braucht ein Kind deshalb auch die Zustimmung der Eltern – entstehen doch daraus Folgekosten für Futter oder Tierarzt.

Sparen und Jugendkonto

Sparen dürfen bereits die Kleinen – allerdings muss der Erziehungsberechtigte unter 14- Jährigen die Eröffnung eines Sparbuchs erlauben. Das gleiche gilt auch für die Verwendung des Guthabens: die Eltern müssen einer Abhebung zustimmen. Ab 14 Jahren dürfen die Jugendlichen selbst auf ihr Sparbuch zugreifen, allerdings ist für große Beträge, wie zum Beispiel das Bausparguthaben, die Zustimmung der Eltern erforderlich.

Vorsicht ist bei Jugendkonten notwendig, die Jugendliche ab dem 14. Geburtstag ohne Zustimmung der Eltern eröffnen dürfen. Einer Bankomatkarte müssen die Erziehungsberechtigten jedenfalls zustimmen. Diese Erlaubnis brauchen Selbstverdiener ab dem 17. Geburtstag nicht mehr. Allerdings ist es den Jugendlichen nicht erlaubt, mehr als 400 Euro pro Woche abzuheben.

Verantwortung der Eltern

Der richtige Umgang mit Geld muss von den Kindern und Jugendlichen erst gelernt werden. Erziehungsberechtigte sollten daher versuchen, einen umsichtigen Umgang mit Geld schon früh zu vermitteln. Wesentlich ist dabei die Vorbildfunktion und wie die Beziehung mit Geld im Alltag gelebt wird. Weitere Tipps um den Kindern das Thema Geld näher zu bringen:

  • Geld thematisieren und mit den Kindern darüber reden.
  • Taschengeld zur eigenen Verfügung überlassen und bei Geldknappheit nicht nachschießen.
  • Klare Regeln definieren, was mit dem Taschengeld oder der Lehrlingsentschädigung selbst bezahlt werden muss.
  • Bewusst mit den Kindern einkaufen, damit ein Gefühl für die Preise entsteht.
  • Die Möglichkeit zu Nebenjobs bieten. Sehen Jugendlichen, wie lange es dauert Geld zu verdienen, wird auch der Umgang damit bewusster.
  • Einbeziehung in größere Kaufentscheidungen, zum Beispiel gemeinsame Berechnung des neuen Autokaufs samt Vergleich zwischen Kredit und Leasing.
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Pressekontakt

Patrick Herwarth

Pressesprecher
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