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Von Kaufsucht gefährdet

Zahlreiche Betroffene in Österreich: Warnsignale für die Notbremse.

Nr. 24, 16. Februar 2012

Schlechter Tag im Job oder Streit mit dem Partner? Ein bisschen bummeln gehen und ein schickes Teil für den Frühling, ein paar neue DVDs oder ein praktisches Accessoire für den Haushalt erstehen – das lässt die Welt gleich wieder freundlich aussehen. Gründe und Anlässe für einen Einkauf gibt es in unserer zunehmend konsumorientierten Gesellschaft zur Genüge. Kritisch wird es, wenn man unter dem Zwang steht, unabhängig von seinen tatsächlichen Bedürfnissen einkaufen zu müssen.

Geschlechtsneutral

Nach einer Studie der Arbeiterkammer (20111) ist bereits jeder fünfte Österreicher (20%) kaufsuchtgefährdet. Weitere 8% sind stark kaufsuchtgefährdet, also de facto bereits kaufsüchtig. Frauen sind deutlich häufiger betroffen. Während Frauen beim Einkaufen eher zu Bekleidung, Kosmetik und Schmuck greifen, schlagen Männer bei elektronischen Gadgets, Werkzeug und Sportartikeln zu. Am stärksten von Kaufsucht bedroht sind Menschen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren.

Hier wird es brenzlig

Die Grenze zwischen ein „bisschen über die Stränge schlagen“ und tatsächlichem Suchtverhalten ist auch beim Einkaufen verschwimmend. Bei folgenden Warnsignalen sollten Sie Ihr oder das Verhalten Ihrer Freunde genauer beobachten:

  • Der Drang zu kaufen ist unwiderstehlich.
  • Das Einkaufen als Vorgang selbst macht glücklich, nicht der Besitz der neuen Sache.
  • Die Abhängigkeit vom Kaufen geht bis zum Verlust der Selbstkontrolle.
  • Die Dosis wird immer höher: Es wird in immer kürzeren Abständen eingekauft, und die erworbenen Artikel werden immer teurer.
  • Ohne Einkaufsmöglichkeit entstehen Entzugsgefühle.

Pulverfass Internet

Eine neue Dimension des Shoppings bietet das schier grenzenlose Angebot beim Online- Shopping. An sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr erreichbar, nur einen Mausklick entfernt, und bezahlt wird mit scheinbar virtuellen Geldbeträgen, zu denen oftmals kein realer Bezug mehr besteht. Für Kaufsüchtige Himmel und Hölle zugleich. Noch dazu, wo die Betreiber von Online-Shops mit allen möglichen psychologischen Mitteln arbeiten, um das Interesse hoch zu halten und den kleinen Einkaufswagen am rechten oberen Bildschirmrand zu füllen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Vorschläge interessanter Angebote – abgestimmt auf die individuellen Interessen
  • zeitlich begrenzte Specials oder Sondereditionen
  • verführerische Bannerwerbung
  • einfache Registrierung

Was hilft?

Wie bei jeder Sucht stecken auch hinter der Kaufsucht meist tiefliegende psychologische Probleme. Um die bestehende Sucht in den Griff zu bekommen, ist die Hilfe eines Spezialisten unumgänglich. Auch die Gemeinschaft einer Selbsthilfegruppe kann helfen. Wichtig ist: Rasch und rechtzeitig professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, damit es nicht zu massiver Überschuldung oder gar einem Abrutschen in die Kriminalität kommt. Hilfe bietet zum Beispiel das Anton Proksch Institut (www.api.or.at).

Das Heimtückische an der Kaufsucht ist, dass das Denken der Erkrankten um eine ganz legale Droge kreist. Einkaufen ist eine Tätigkeit des Alltags, sie kann nicht einfach aus dem Bewusstsein ausgesperrt werden wie zum Beispiel harte Drogen. Darüber hinaus ist Shoppen auch gesellschaftlich akzeptiert und in einer von Konsumzwängen geprägten Gesellschaft eine ganz normale und vor allem auch gewünschte Handlung.

Tipps gegen die Kaufsucht

Konkret helfen laut Suchtexperten folgende Verhaltensmaßnahmen, die Gefährdung in Schach zu halten:

  • Nur mehr bar bezahlen, den Einkauf vorher genau planen
  • Sämtliche Ausgaben aufzeichnen
  • Regelmäßig die Kontoauszüge kontrollieren
  • Vor jedem Einkauf einen genauen Einkaufszettel schreiben und nur diese Dinge nehmen
  • Kein Einkauf via Internet, TV-Shopping oder Versandhauskatalog
  • Vor „Sondereinkäufen“ mindestens 12 Stunden Bedenkzeit einplanen
  • Ein bewusstes Ritual schaffen, z.B. zweimal im Monat mit einer Freundin bummeln und dabei maximal drei Stück zum einem festgesetzten Limit kaufen.

 

1 „Kaufsucht in Österreich – 2011“, Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien gemeinsam mit GALLUP Österreich, Karmasin Marktforschung, Wien

Pressekontakt

Patrick Herwarth

Pressesprecher
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