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Burn-out: die Folgen

Die totale Erschöpfung: Wie geht es finanziell weiter?

Nr. 33, 7. August 2013

Völlig erschöpft und ausgebrannt – so fühlen sich an Burn-out Erkrankte. Die Energie reicht nicht einmal für die Bewältigung des Alltags. Für das Erfüllen sämtlicher beruflicher Pflichten ist gar nichts mehr vorhanden. Abgesehen von den persönlichen Konsequenzen: Welche Folgen für Finanzen und Karriere hat dieser Totalausfall für den Einzelnen?

Grenzen eines Krankenstands

Arbeitnehmer ist nicht gleich Arbeitnehmer in Österreich. Noch immer gilt in manchen Bereichen die Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten. Bei den grundsätzlichen Regelungen des Krankenstandes herrscht mittlerweile Gleichbehandlung. So hat jeder Arbeitnehmer mindestens sechs Wochen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Je länger das Arbeitsverhältnis dauert, umso weiter erstreckt sich diese Spanne. Nach fünf Arbeitsjahren sind es bereits acht Wochen. Ist die Erkrankung langwieriger, wie meist bei einem Burn-out, besteht für Arbeitnehmer die Möglichkeit, weitere vier Wochen die Hälfte des Entgelts zu bekommen.

Pflicht zur Entgeltfortzahlung

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, seinen Arbeitnehmern auch im Krankheitsfall das Gehalt weiter auszuzahlen. Die Höhe des Entgelts entspricht der Geldleistung, die der Arbeitnehmer erhalten hätte, wenn er seine Arbeit erfüllen hätte können. Regelmäßige Überstunden oder der Durchschnittswert von Provisionen zählen auch dazu.

Geld im Krankenstand

Neben der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber hat der Arbeitnehmer ab dem vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Krankengeld (Sozialversicherungsleistung). Dieses beträgt anfangs 50% der Bemessungsgrundlage. Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit steigt es auf 60%, das ist auch der Zeitpunkt, zu dem die Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers geringer wird. Anspruch auf Krankengeld besteht während 26 Wochen (bei langen Vorversicherungszeiten 52 Wochen und in besonderen Fällen 78 Wochen). Allerdings ruht das Krankengeld, solange der Arbeitgeber mehr als die Hälfte des Entgelts bezahlt.

Über die Details der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall informiert die Arbeiterkammer in ihrer Broschüre Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Wenn der Chefarzt ruft

Zusätzlich muss der Arbeitnehmer dazu bereit sein, auf Vorladung bei dem sogenannten Chefarzt der Sozialversicherung zu erscheinen. Dieser unabhängige Experte überprüft, ob tatsächlich ein Grund für einen Krankenstand vorliegt und wie lange dieser realistischerweise bzw. seiner Einschätzung nach dauern wird. Es kann auch zu einer Wiederbestellung kommen. Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit, dass jemand vom Krankenbesuchsdienst den Erkrankten in seiner Wohnung kontrolliert.

Informationspflicht an den Arbeitgeber

Der Arbeitnehmer muss seinen Arbeitgeber nicht genau über den Grund seiner Erkrankung informieren. De facto hat der Arbeitgeber keinen Anspruch darauf zu erfahren, ob der Arbeitnehmer ein Burn-out, Krebs oder Multiple Sklerose hat. Der Krankheitsgrund selbst ist Privatsache. Allerdings ist der Arbeitnehmer verpflichtet, umgehend den Krankenstand zu melden und binnen längstens drei Tagen – auf Verlangen auch sofort – eine ärztliche Bestätigung über Beginn, voraussichtliche Dauer sowie Ursache der Arbeitsunfähigkeit vorzulegen.

Schutz des Kranken

Während des Krankenstandes besteht keinerlei Kündigungsschutz. Eine Kündigung kann mündlich oder schriftlich ausgesprochen werden, ein persönlicher Kontakt ist nicht notwendig. Bei einer Kündigung besteht der Fortzahlungsanspruch des Entgelts für die gesetzlich vorgesehene Dauer weiter. Der Arbeitgeber muss für diesen Zeitrahmen das Entgelt weiter zahlen, auch wenn der Erkrankte gar nicht mehr bei ihm beschäftigt ist. Anders ist es bei einer einvernehmlichen Kündigung: Der Arbeitgeber wird von seinen Fortzahlungspflichten befreit. Der Arbeitnehmer erhält dann nur mehr das Krankengeld – ebenso bei Selbstkündigung.

Vorbildlich krank

Gerade ein Burn-out entspricht nicht einem klassischen Krankenstandsbild mit Bettruhe etc. Der Arbeitnehmer ist während eines Krankenstandes nur verpflichtet, seine Arbeitsfähigkeit möglichst rasch wieder herzustellen. Er hat sich daher an die Anweisungen des Arztes zu halten. Diese können gerade bei Burn-out durchaus Sport oder Gartenarbeit umfassen.

Damit es gar nicht so weit kommt

Folgende Tipps sollen dabei helfen, ein Burn-out erst gar nicht entstehen zu lassen:

  • Einseitige Arbeitsbelastungen verringern
  • Routinearbeiten mit Konzentrationsarbeiten abwechseln
  • Realistische Ziele setzen
  • Den Perfektionismus und die Ansprüche an sich selbst senken
  • Aktiv Entspannungstechniken anwenden
  • Gezielte Auszeiten nehmen
  • Unterstützung suchen
  • Warnsignale ernst nehmen. Dazu zählen:
    o Schwierigkeiten abzuschalten
    o Sozialer Rückzug
    o Nervosität und Reizbarkeit
    o Verstärkte Vergesslichkeit
    o Höhere Fehlerneigung
    o Der Output wird geringer trotz höherem Arbeitseinsatz

Pressekontakt

Patrick Herwarth

Pressesprecher
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