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Arbeiten in den Ferien

Regelungen für das Jobben in den schulfreien Wochen.

Nr. 35, 12. Dezember 2013

Einen Monat arbeiten und mit dem Geld dann während der restlichen Ferien einen tollen Urlaub genießen? Für viele ist das der Hauptgrund, sich in den Schulferien beruflich zu betätigen. Wieder andere müssen die freien Wochen für ein Praktikum nutzen – haben dafür aber oft länger Ferien. So kommt auch die Erholung nicht zu kurz. Wieder andere wollen freiwillig in bestimmte Berufe hineinschnuppern. Je nach Art des Arbeitens gelten besondere Regelungen für Jugendliche unter 18 Jahren.

Wer darf arbeiten?

Voraussetzung, dass ein Jugendlicher in Österreich überhaupt arbeiten darf, ist die Vollendung des 15. Lebensjahres. Bis 18 Jahre gilt das Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz mit seinen zahlreichen Schutzvorschriften, die die Teenager vor Ausbeutung und Schaden bewahren sollen.

Praktikum, Volontariat oder Ferialjob?

Die drei Varianten unterscheiden sich in den Aspekten Freiwilligkeit und Bezahlung.

  • Gerade in berufsbildenden höheren Schulen ist das Arbeiten in den Ferien Pflicht und Teil des Lehrplans. Gilt die praktische Erfahrung doch als notwendige Ergänzung zu dem theoretisch Erlernten. Dennoch haben die Praktikanten auch Anspruch auf Entgelt.
  • Auch beim Volontariat steht die Weiterbildung im Vordergrund. Allerdings wird dabei in Betriebe nur hineingeschnuppert – zumindest in der Theorie – weshalb auch kein Entgelt zusteht, sondern höchstens eine Entschädigung.
  • Anders beim klassischen Ferienjob: Hier spielt der finanzielle Aspekt die Hauptrolle. Die Bildung ist dabei vernachlässigbar.

Je nachdem wie in den Ferien gearbeitet wird, gibt es unterschiedliche rechtliche Folgen.

Rechtliche Folgen

Wer in den Ferien als Dienstnehmer arbeitet, hat auch Anspruch darauf, bei der Gebietskrankenkasse angemeldet zu werden. Hand in Hand gehen damit die Vollversicherung sowie der Anspruch auf Kranken-, Unfall, Pensions- und Arbeitslosenversicherung, wenn die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird. Die Entgeltsvereinbarung unterliegt der freien Vereinbarung, ist aber an den Kollektivvertrag gebunden. Auch Pflichtpraktikanten stehen in einem normalen Arbeitsverhältnis. Volontäre, die keine Geld- oder Sachbezüge erhalten, sind nur unfallversichert. Unter 18 Jahren beeinflusst ein Ferien- oder Nebenjob den Anspruch auf Familienbeihilfe nicht – unabhängig vom Einkommen.

Wenn Jugendliche arbeiten

Aufgrund ihres Alters sind jugendliche Ferialarbeiter besonders geschützt. Zu den Grundregeln zählen:

  • Die Arbeitszeit beträgt höchstens acht Stunden pro Tag (max. 9,5 unter bestimmten Voraussetzungen) und 40 Stunden in der Woche (maximal 45 Stunden in bestimmten Ausnahmefällen).
  • Von Jugendlichen dürfen keine Überstunden verlangt werden.
  • Keine Sonn- und Feiertagsarbeit, außer im Gastgewerbe, in Krankenpflegeanstalten etc.
  • Alle 14 Tage müssen zwei Tage hintereinander frei sein (inklusive Sonntag).
  • 12 Stunden Ruhezeit, außer im Gastgewerbe.
  • Keine Beschäftigung zwischen 20 Uhr abends bis 6 Uhr früh, außer im Gastgewerbe.
  • Anspruch auf aliquotes Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Urlaubsabfindung.
  • Krankenstand ist möglich, muss aber gemeldet und auf Verlangen mit ärztlicher Bestätigung belegt werden.


Zu den Pflichten der Jugendlichen gehören:

  • Weisungsgebundenheit
  • Anwesenheit während der vorgeschriebenen Zeiten
  • Erbringen der Arbeitsleistung
  • Einbindung in den Betriebsablauf

Damit das Gehalt auch überwiesen werden kann, brauchen Jugendliche in der Regel auch ein auf ihren Namen lautendes Konto. Dabei gilt es, besonders auf die Kosten zu achten, da die diese von Bank zu Bank sehr unterschiedlich sein können.

Achtung beim Vertragsabschluss als Ferialjobber

Spätestens bei Abschluss des Arbeitsvertrages (der auch mündlich erfolgen kann) müssen folgende Eckdaten klar sein:

  • welches Dienstverhältnis liegt vor
  • wie hoch ist der Verdienst
  • welcher Kollektivvertrag gilt (wenn über 18 Jahre)
  • welche Arbeitszeiten sind einzuhalten

Bei Beginn des Arbeitsverhältnisses, das länger als einen Monat dauert, ist die Übergabe eines Dienstzettels mit allen relevanten Vereinbarungspunkten durch den Arbeitgeber sowie eine Kopie der Meldung bei der Sozialversicherung verpflichtend. Am Ende des Ferialjobs erhalten die Jugendlichen einen Lohn- und Gehaltszettel sowie eine Kopie der Abmeldung bei der Sozialversicherung.
Tipp: Zeitaufzeichnungen während des Ferialjobs helfen als Nachweis, falls es im Nachhinein noch zu Fragen oder gar Problemen kommen sollte.
 

Wie findet man den richtigen Job

Wer in den Ferien arbeiten möchte, kommt nicht umhin, sich zu bewerben. Dazu sind ordentliche und vollständige Bewerbungsunterlagen mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugniskopien notwendig.
Wichtig ist jedenfalls, vorab zu überlegen:
In welchen Bereichen und mit welchen Aufgaben will man tätig werden?

  • Wo liegen die Stärken?
  • Welches Wissen und Können ist vorhanden?
  • Für welchen Zeitraum wird Arbeit gesucht?
  • Wie lange sollte die Wegstrecke zur Arbeit maximal sein?

Dann gilt es, Firmen zu suchen, die zu den Ansprüchen passen können. Wichtig ist auch, sich bei Bekannten und Verwandten umzuhören, oder auch bei Freunden, die bereits gearbeitet haben. Vielleicht ist dort wieder etwas frei? Inserate in Tageszeitungen oder Internetportalen sind für Ferienjobs eher rar. Bei der Suche nach einer Stelle für ein Pflichtpraktikum ist oft auch die Schule behilflich. Aber auch ältere Schüler sind eine wertvolle Informationsquelle.

Arbeiten im Ausland

Ferialjobs sind auch im Ausland möglich. Innerhalb der EU ist es einfacher, dennoch gilt es sich zu erkundigen, am besten bei der Botschaft des angestrebten Landes. Wichtig sind die Fragen nach Einreisebestimmungen, Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis in Ländern außerhalb der EU. Informationen dazu gibt es unter http://ec.europa.eu/eures

Mehr Informationen
Umfassende Informationen zu den Themen bietet www.ferienjob.or.at.

Pressekontakt

Patrick Herwarth

Pressesprecher
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