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Österreich und der Brexit

Die Zeit bis zum Brexit wird immer kürzer und wahrscheinlich wird es bis zur letzten Minute dauern, bis deutlich ist, wie es weiter geht. Deal, No-Deal, Aufschub oder eine Kombination dieser drei Optionen? Aktuell scheint immer noch alles möglich. Obwohl Großbritannien und Österreich geographisch weit auseinander liegen, kann auch die Alpenrepublik den Inselproblemen nicht entfliehen. Was bedeutet der Brexit für die österreichische Konjunktur?

Nach zwei wirtschaftlich starken Jahren – 2017 wuchs die österreichische Wirtschaft um 2,6% und 2018 um 2,7% - dürfte sich das Wirtschaftswachstum heuer abschwächen. Die Konjunkturdynamik hat bereits im Jahresverlauf 2018 nachgelassen, die Industriekonjunktur hat sich abgekühlt und Stimmungsindikatoren deuten zu Beginn des Jahres auf eine Fortsetzung der Abschwächung hin. Gegenüber seinem Allzeithoch im Dezember 2017 ist das Verbrauchervertrauen mittlerweile wieder deutlich zurückgegangen und auch die Stimmung bei den österreichischen Unternehmen hat sich eingetrübt. Ob eine konjunkturelle Schwäche in China, der andauernde Handelskrieg zwischen den USA und China, aber auch Druck seitens der USA auf Europa und zusätzlich der Brexit drücken auf die Stimmung von Unternehmen und Verbrauchern.

Der Brexit - wenn er denn kommt - wäre jetzt der erste externe Unsicherheitsfaktor, der auch wirklich eintritt. Auf den ersten Blick kann die österreichische Wirtschaft dem Brexit recht entspannt entgegensehen. Großbritannien befindet sich mit Platz 9 bei den Ausfuhren und mit Platz 13 bei den Einfuhren zwar unter Österreichs Top 20 Handelspartnern, gemessen am Gesamtanteil (Exporte 2,8% und Importe 1,8%) dürften die Auswirkungen eines Brexit für die österreichische Wirtschaft jedoch insgesamt begrenzt bleiben. Nach ING-Berechnungen könnte das BIP um 0,1-0,3%-Punkte geringer ausfallen. Besonders leiden dürfte dabei der Handel mit Maschinen und Fahrzeugen. Diese sind mit einem Anteil von jeweils über 50% sowohl das wichtigste Import- als auch Exportgut zwischen Österreich und Großbritannien. 

Österreich und der Brexit

Inga Fechner ist Ökonomin bei der ING und beschäftigt sich mit internationalen und österreichischen Wirtschaftsthemen. Sie arbeitet seit 2014 für die ING. Fechner hat einen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss von der Universität Münster, studierte aber auch in Japan und Italien.

Brenzliger wird es allerdings, wenn man die indirekte Abhängigkeit Österreichs betrachtet. Rund 70% des österreichischen Außenhandels findet mit anderen EU-Staaten statt. Deutschland ist mit Abstand Österreichs wichtigster Partner, Österreichs Exportanteil nach Deutschland betrug im letzten Jahr über 30%. Für Deutschland ist das Vereinigte Königreich wiederum der fünftwichtigste Exportpartner (Exportanteil: 6,2%), nach den USA weist Deutschland mit den Briten den höchsten Exportüberschuss auf. Über Zweitrundeneffekte könnte somit auch die österreichische Exportwirtschaft stärker getroffen werden. 

Der psychologische Effekt des Brexit lässt sich indes nicht modellieren. Da es sich beim Brexit allerdings um ein bisher nicht dagewesenes Ereignis handelt, sind kurzfristige Verwerfungen an den Finanzmärkten nicht auszuschließen. Da der negative Vertrauensschock genau zu einem Zeitpunkt kommt, in dem die Verunsicherung von Verbrauchern und Unternehmen doch schon gestiegen ist, könnte der Brexit durchaus noch größere negative Folgen haben als aktuell angenommen. In diesem Zusammenhang würde auch eine Verzögerung des Brexit wenig helfen. Wahrscheinlich würde es eher konterproduktiv sein. In der jetzigen konjunkturellen Situation ist jede weitere Unsicherheit Gift für alle europäischen Volkswirtschaften. 

Die Kosten des Brexit für Österreich

(Einfluss auf das BIP, %)

Österreich und der Brexit

Quelle: ING Schätzungen, Vanden Houte/Brzeski, Damage from a rolling stone. Brexit implications for Europe

 

 

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