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Gold als Kapitalanlage, ING Austria

Goldgräberstimmung! Zahlt sich ein Goldinvestition noch aus?

Es ist nicht alles Gold was glänzt: 2021 ist das Edelmetall wie ein Bumerang zwischen Allzeithoch-Fantasie und Enttäuschung hin und her geflogen. Zur Halbzeit ging es auf 1.489,65 Euro zurück, ein Minus von 4,2 % im Vergleich zum Jahresbeginn (*). Mit dem Bullenmarkt im Aktienbereich kann dieses Edelmetall also heuer sicher nicht mithalten. Während Sektoren wie Technologie, Biotechnologie und Pharma bei Anlegern boomen, dürfte Gold auf dem Abstellgleis gelandet sein. Da stellt sich die Frage: Lohnt sich der Einstieg noch und sollen Anleger den vermeintlich sicheren Hafen in Krisenzeiten anstreben? In diesem Artikel findest du viele wichtige Informationen. Jetzt weiterlesen!

Gold als Kapitalanlage.

Wie hängen Goldpreis
und Inflation zusammen?


Gold-Anleger haben große Erwartungen, wenn die Inflation steigt. Generell gilt nämlich, dass reale Werte wie auch Edelmetalle indirekt davon profitieren. Sie fragen sich, was Gold auszeichnet? Seine Vielseitigkeit. Das glänzende Metall wird nicht nur industriell eingesetzt, sondern auch als Schmuck und Wertanlage. Es ist transport- und lagerfähig, die Menge ist beschränkt und es hat eine monetäre Funktion.

Wenn man sich die heutige Situation anschaut, mit den Lockerungen nach der Pandemie, investieren Unternehmen wieder. Sie wollen wachsen. Die Maßnahmen der Zentralbanken, wie niedrige Zinsen und Anleihe-Ankaufprogramme, unterstützen dabei Staaten und Betriebe. Diese hohe Aktivität heizte zum Beispiel die Nachfrage für Rohstoffe an, die für die Produktion benötigt werden, und bewegte auch den Goldpreis nach oben. 2020 ist die Inflation in der EU deutlich gestiegen. Im Vergleich zum jeweiligen Monat im Vorjahr betrug sie im Dezember noch 0,2 % und stieg bis Mai 2021 auf 2,3 %. Noch drastischer ging es in den USA mit 5 % im Mai bergauf.

Warum geht Gold dann nicht durch die Decke? Experten sehen aktuelle Inflationszahlen wohl als temporär. Lohn und Gehalt sind nicht im selben Ausmaß wie der Warenkorb gestiegen, die EZB hat die Zinsen unberührt niedrig gelassen und es ist fraglich, wie lange dieses „Post-Corona-Wachstum“ anhält. Normalerweise würden Zentralbanken Zinsen anheben, sobald die Preisstabilität gefährdet ist, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu vermeiden. Die Angst, dass dann Kredite ausfallen könnten oder neue Kredite nicht mehr getätigt werden, ist noch spürbar. Dieses Szenario schränkt die Fantasie vom hohen Goldpreis deutlich ein.

Der Goldpreis als Krisen-Indikator

Trotz der Goldpreis-Achterbahn 2021 gilt immer noch: Gold hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Im Gegenteil: Über sämtliche Krisen und Inflationsphasen der Vergangenheit hinweg hat Gold seine Kaufkraft behalten. Denn unabhängig vom Papier- oder Buchgeld stellt Gold einen bleibenden physischen Wert dar. Viele Anleger sehen mit Gold nachhaltig eine Chance im Bärenmarkt, Verlusten bei Aktien entgegenzuwirken.

Für Experten ist das Edelmetall daher ein Instrument zur Diversifikation. Das bedeutet, sie nützen Gold im Portfolio, um Kunden-Vermögen zu schützen. Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Geldmarkt und alternative Investments wie Rohstoffe und Gold entwickeln sich in der Regel nicht oder nur teilweise parallel. Ein etwaiger Verlust in einer Anlageklasse kann durch eine positive Wertentwicklung bei Gold verringert oder teilweise kompensiert werden.

Aber wie bei jeder Anlagestrategie ist auch das Edelmetall mit bestimmten Kosten, Chancen und Risiken verbunden. Und zwar jetzt oder auch irgendwann in der Zukunft. Um nicht blindlings in einen neuen Goldrausch zu verfallen, ist es ratsam, die Argumente, die für und gegen ein Investment in Gold sprechen, abzuwägen. Nur weil es gerade positive Kursentwicklungen gab, heißt das nicht, dass es auch in Zukunft so sein wird. Für alle, die schon erfahrene Anleger sind und auch für die, die erst so richtig mit dem Anlegen anfangen, gehen wir unten auf deine Möglichkeiten ein.

 
 
Eiffelturm im Vergleich zu Gold

Es kommt nicht auf die Größe an...

Gold. Seit Urzeiten übt das Edelmetall eine magische Anziehungskraft auf die Menschheit aus. Nicht nur, weil es so schön glänzt, sondern vor allem, weil es nur begrenzt verfügbar ist – und damit wahrscheinlich immer einen Sachwert besitzt. Wie selten das Edelmetall auf der Erde vorkommt, veranschaulicht der „Goldwürfel“: Würde man die gesamte Goldmenge, die jemals auf der Erde gefördert wurde, in Form eines Würfels gießen, hätte dieser nur eine Seitenlänge von knapp 22 Metern.

Anlagemöglichkeiten im Überblick!

Für eine Wertanlage in Gold musst du dein Zuhause aber nicht gleich in ein kleines Fort Knox verwandeln:
Wir haben verschiedene Investitionsmöglichkeiten unter die Lupe genommen.

  1. Barren und Münzen – physisches Gold

In Österreich ist der private Goldbesitz traditionell weit verbreitet. Experten schätzen ihn auf ca. 800 Tonnen Feingold – das ist ungefähr dreimal so viel wie die offiziellen Goldreserven der Republik von 280 Tonnen. Allerdings, und das ist wichtig zu wissen, gibt es im Vergleich zu anderen Anlageformen beim physischen Gold weder Zinsen noch Dividenden. Und für manche, deren Interesse an sichtbaren Geldgewinnen größer ist als z. B. an der Wertaufbewahrung oder Diversifikation, kann das eher als Nachteil interpretiert werden.

  1. Goldfonds und ETCs

Goldfonds und Fonds mit Gold-Anteil (oft in Kombination mit anderen Edelmetallen und Rohstoffen) sind praktische Alternativen zu Barren und Münzen: Mit ihnen kann man indirekt am Goldpreis partizipieren, ohne dass man dafür physisches Gold selbst verwahren müsste. Die Goldfonds investieren überwiegend in ausgesuchte Goldaktien, sonstige Edelmetall und Rohstoffaktien. In diesem Fall wird dein Geld als geschütztes Sondervermögen verwaltet.

Alternativ kann man mit Zertifikaten und ETCs (Exchange Traded Commodities) direkt am Goldpreis partizipieren. Das Prinzip ist einfach: Ein Unternehmen gibt Zertifikate bzw. ETCs aus, deren Kursverlauf an den Goldpreis gebunden ist. Rein rechtlich gesehen sind Zertifikate und ETCs Schuldverschreibungen des Emittenten. Du erwirbst also kein einziges Gramm physisches Gold. Der Nachteil: Geht der Emittent in Konkurs, bekommst du dein Geld nur teilweise oder gar nicht zurück – egal, wo der Goldpreis in diesem Moment steht.

  1. Goldaktien

Der Abbau von Gold war schon immer mit großem Aufwand verbunden und äußert sich in hohen Förderkosten pro Unze. Je stärker der Goldpreis jedoch steigt, desto mehr Gewinn kann ein Förderer in Zukunft erwarten. Diese Erwartungshaltung spiegelt sich im Aktienkurs wider. Die Folge: Bei steigenden Goldpreisen ziehen die Gewinne der Unternehmen kräftig an, oft stärker als der Goldpreis selbst. Bei sinkenden Preisen tritt der umgekehrte Fall ein, insofern ist mit hoher Schwankungsbreite der Kurse zu rechnen. Goldminenaktien im Depot sind daher für viele Investmentexperten interessant und finden sich immer wieder als Beimischung erfolgreicher Aktienstrategien.

Wertstabil? Es kommt darauf an.

Was Anleger jetzt wissen sollten...

Wir hoffen, dass dir dieser Artikel ein besseres Verständnis und eine gewisse Grundlage für deine investitionsbezogenen Entscheidungen gibt. Um die Frage vom Anfang zu beantworten. Lohnt sich der Einstieg noch? Nun. Ja und nein. Es liegt an dir. Es hängt auch von deiner Risikoneigung und deiner Markterwartung ab. Gold kann vor allem als Mittel zur Diversifikation des Vermögens betrachtet werden. Auch, wenn Gold keine Zinsen ausschüttet oder jährliche Erträge generiert, durch sein Preisverhalten kann es langfristig zur Stabilisierung des Depots beitragen.

Tipp!

Für alle, die bereits Finanzprodukte besitzen, mit unserer Fondssuche kannst du den passenden Fonds finden, um deine persönlichen Anlageziele zu erreichen. Entweder du gibst ein Stichwort ein, zum Beispiel “Gold“, oder wählst Aktienfonds mit Schwerpunkt Edelmetalle aus.

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